«Netter Versuch, Steve!»

Eine schöne Anekdote, wie Steve Jobs – der vor genau zehn Jahren gestorben ist – Mac OS auf die Rechner von Dell bringen wollte. Doch vor dieser Geschichte müsst ihr die News zum Facebook-Ausfall, zu den neuen Regeln bei Youtube und zu Windows 11 und Office 2021 über euch ergehen lassen.

Beitragsbild: Steve Jobs shows off iPhone 4 at the 2010 Worldwide Developers Conference (Matthew Yohe/Wikimedia, CC BY-SA 3.0).

Zu Steve Jobs kommen wir gleich. Doch erst noch etwas anderes.

Facebook, Instagram und Whatsapp lahmgelegt

Das grösste Tech-Ereignis diese Woche war der Ausfall bei Facebook, bei dem nicht nur das soziale Netzwerk, sondern auch Instagram und Whatsapp lahmgelegt waren.

Ich fand es bemerkenswert, wie grosse Wellen das in den Medien geworfen hat. Denn ich bin der dezidierten Ansicht, dass wir es sechs Stunden ohne soziale Medien aushalten sollten. Und klar, es gibt gute Gründe, weswegen eine solche Panne ärgerlich ist – zum Beispiel dann, wenn sie sich genau in dem Moment ereignet, in dem man dringend mit jemanden hätte kommunizieren wollen, den man auf anderem Weg nicht erreicht. Jedenfalls eine gute Gelegenheit, die wirklich wichtigen Kommunikationspartner nach der aktuellen Telefonnummer zu fragen.

Mein Unverständnis habe ich in einer Analyse für die Tamedia ausgedrückt: Facebook ist down – und alle geniessen die Ruhe.

Youtube gegen Impfgegner

Youtube will Falschinformationen von Impfgegnern künftig abstrafen; das hat Google in einem Blogpost angekündigt und gleichzeitig erklärt, es seien in den letzten zwölf Monaten 130’000 Videos gelöscht worden, die gegen die COVID-19-Impfstoffrichtlinien verstossen:

Insbesondere werden Inhalte entfernt, die fälschlicherweise behaupten, dass zugelassene Impfstoffe gefährlich seien und chronische Gesundheitsschäden verursachen würden, die behaupten, dass Impfstoffe die Übertragung oder Ansteckung von Krankheiten nicht verringern, oder die falsche Informationen über die in Impfstoffen enthaltenen Stoffe enthalten.

Auch die altbekannten Lügen, dass die zugelassene Impfstoffe Autismus, Krebs oder Unfruchtbarkeit verursachen würden oder Mikrochips zur Lokalisierung der Träger enthalten würden, werden gelöscht.

Es gebe aber Ausnahmen:

In Anbetracht der Bedeutung öffentlicher Diskussionen und Debatten für den wissenschaftlichen Prozess werden wir weiterhin Inhalte über die Impfstoffpolitik, neue Impfstoffversuche und historische Erfolge oder Misserfolge bei Impfstoffen auf YouTube zulassen. Persönliche Erfahrungsberichte über Impfstoffe werden ebenfalls erlaubt sein, solange das Video nicht gegen andere Gemeinschaftsrichtlinien verstösst oder der Kanal kein Verhaltensmuster zeigt, das eine zögerliche Haltung gegenüber Impfungen fördert.

Das Löschen von Inhalten ist immer problematisch und eine Gratwanderung. Ich finde, dass Youtube zumindest theoretisch eine einleuchtende uns gut begründbare Position einnimmt.

Es bleibt aber natürlich die Frage, wie gut sich diese Richtlinien in der Praxis umsetzen lassen: Kann ein Algorithmus diese feine Unterscheidung treffen? Oder bleibt es dabei, dass ein Video erst dann entfernt wird, nachdem es zig mal gemeldet und millionenfach angeschaut worden und der Schaden bereits eingetreten ist?

Bei tagesschau.de steht übrigens, dass gelöschte Videos unter anderem von Robert F. Kennedy Jr. stammen, dem Neffen des 1963 ermordeten US-Präsidenten John F. Kennedy, der in Berlin an einer Demo der «Querdenker» einen Auftritt hatte.

Windows 11 und Office 2021 sind da

Microsoft hat diese Woche gleich mehrere Produkte auf den neuesten Stand gebracht: Das – hier im Blog häufiger kritisierte – Betriebssystem und die Kaufversion von Office.

Beide Produktlancierungen habe ich in meinem Brotjob für die Tamedia ausführlich besprochen. Das sind die Beiträge, alle jeweils hinter der Paywall (Abo):

Dell-PCs mit Mac OS?

Eine schöne Geschichte habe ich schliesslich bei cnet.com gelesen. Die dreht sich um Steve Jobs, dessen Todestag sich am Dienstag diese Woche zum zehnten Mal gejährt hat.

Beteiligt ist auch Michael Dell, der Gründer des gleichnamigen Computerherstellers, den ich übrigens im Juli 2001 in Zürich getroffen habe und der mir damals erklärt hat, warum Dell keine PDAs entwickeln will: «Der PDA-Markt ist klein und wenig Gewinn bringend. Dell aber mag grosse und lukrative Märkte.»

Also, fama est, dass Steve Jobs damals Michael Dell dazu bringen wollte, Mac OS für seine Rechner zu lizenzieren – was allein deswegen erstaunlich ist, weil Jobs selbst die Konkurrenz der Apple-Computer durch die Mac-Klone nicht geschätzt und diese durch Michael Spindler beschlossene Lizenzierung mittels eines Tricks beendet hat.

Aus der Sache ist nichts geworden, weil Jobs Lizenzgebühren in der Höhe von Hunderten Millionen verlangt hätte, wodurch diese Rechnung für Dell nicht aufgegangen wäre.

Die meisten unserer Kunden, vor allem grössere Geschäftskunden, wollten das Mac-Betriebssystem nicht wirklich. Steves Vorschlag wäre interessant gewesen, wenn wir einfach gesagt hätten: «OK, wir bezahlen euch jedes Mal, wenn wir Mac OS einsetzen» Aber ihn für jedes Mal zu bezahlen, wenn wir die Installation für Geschäftskunden ausschlagen…? Nun, netter Versuch, Steve!

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