Hirnriss hoch zwei

Windows 11 wird in Zukunft beträchtliche Mengen an unnötigem Elektroschrott verursachen. Doch das Bitcoin-Minig ist schon jetzt für gigantische Mengen an Technik-Abfall verantwortlich – was schlicht und ergreifend eine Schande ist.

Schon nächsten Monat gilt es ernst mit Windows 11: Am 5. Oktober erfolgt die Vorstellung, am 20. Oktober soll das System in den Handel kommen. So legt es zumindest dieser Tweet hier nahe: Wenn man den Screenshot des «ästhetisch ansprechenden» Betriebssystems vergrössert, sieht man die Datumsangabe und die Uhrzeit 11:11.

Obwohl das neue System vor der Tür steht, gibt es im Handel noch diverse Computermodelle, die nicht kompatibel sein werden – dies haben Stichproben von «Heise» ergeben:

Bei Stichproben im Online-Preisvergleich von geizhals.de (ein Angebot von Heise Medien) fanden sich noch einige neue Desktop-PCs und Notebooks mit Prozessoren aus den Intel-Baureihen Core i-7000 (Kaby Lake) und Celeron J/N 3000 beziehungsweise Pentium J/N 4000 (Apollo Lake), sogar einzelne ältere.

Auch einige Desktop-PCs mit AMD-Prozessoren der letzten Bulldozer-Generation (A9, A8, A6) sind noch zu finden; anscheinend hat Lenovo Geräte wie den IdeaCentre 310S mit AMD A9-9425 erst 2020 auf den Markt gebracht.

Wie im Beitrag Mehr Elektroschrott dank Windows 11 ausgeführt, steht zu befürchten, dass diese heute noch zum Verkauf stehenden Computer bereits in vier Jahren aus dem Verkehr gezogen werden müssen, weil Microsoft Windows 10 nur bis in den Oktober 2025 unterstützt. Das ist das Gegenteil von Nachhaltigkeit – zumal die theoretische Nutzungsdauer problemlos doppelt so viel betragen könnte.

Beitragsbild: Facepalm (Gerd Altmann, Pexels-Lizenz)

Bitcoins sind brutale Umweltsünder

Apropos Elektroschrott: Der wird anscheinend auch durchs Bitcoin-Mining befördert – als ob der gigantische Stromverbrauch und die daraus resultierende CO₂-Belastung nicht schon schlimm genug wäre.

Futurezone.at erwähnt eine Studie, die zeigt, dass die fürs Schürfen der digitalen Währung eingesetzten Rechner nur eine Lebensdauer von 1,29 Jahren aufweisen; danach müssen sie ersetzt werden, damit das Mining weiterhin effizient betrieben werden kann.

Gemäss den Erhebungen der zwei Wissenschaftler Alex de Vries und Christian Stoll vom MIT sind die fürs Mining spezialisierten ASIC-Chips für 30’700 Tonnen Elektroschrott pro Jahr verantwortlich. Das ist einfach nur hirnrissig.

Clive Sinclair ist tot

«The Guardian» wartet mit einer traurigen Meldung auf: Clive Sinclair ist im Alter von 81 Jahre nach längerer Krankheit gestorben. Er hat 1972 den Sinclair Executive entwickelt, der als der erste «schlanke» Taschenrechner der Welt gilt.

Seine grösste Schöpfung ist aber der Heimcomputer mit seinem Namen, der zu relativ erschwinglichen Preisen in Grossbritannien zu kaufen war und mit dazu beigetragen hat, dass der Computer und Videospiele in die privaten Haushalte Einzug hielten. Im Nachruf wird diese Leistung mit folgenden Worten gewürdigt:

Viele der heutigen Titanen der Spieleindustrie hatten ihre Anfänge auf einem seiner ZX-Modelle. Für eine bestimmte Generation von Spielern war der Computer der Wahl entweder der ZX Spectrum 48K oder sein Konkurrent, der Commodore 64.

Der Sinclair ZX Spectrum von 1982 (Computers in the Museum of Computing Instruments of Pisa von Sailko/Wikimedia, CC BY 3.0).

One more thing

Ach ja, und dann gab es diese Woche auch eine Veranstaltung von Apple. Da bleibt mir nur das persönliche Fazit, dass der Titel der Veranstaltung, «California Streaming», vermutlich das Originellste war, was dieser Event zu bieten hatte. Viele der Spekulationen, die man im Vorfeld lesen konnte, sind nicht eingetroffen.

Man kann festhalten, dass das iPhone 13 ohne Zweifel eine solide Weiterentwicklung des iPhone 12 ist, aber nichts, was mich aus den Socken hauen würde. Die Mutmassungen zur Watch Series 7, die von einem neuen, kantigeren Look ausgegangen sind, haben sich nicht bewahrheitet: Das Design bleibt annähernd unverändert, lediglich das Display wächst ein wenig. Auch seinen Blutzucker kann man mit der neuen Uhr nicht kontrollieren, wie sich manche erhofft hatten.

Gemäss den Annahmen von imore.com sind diese Innovationen für 2022 aufgeschoben, zusammen mit zwei weiteren medizinischen Errungenschaften. Bei denen handelt es sich um einen Sensor zur Messung des Blutdrucks und um ein Thermometer, mit dem Rückschlüsse auf die weibliche Fruchtbarkeit möglich sein sollen.

Damit ist aus meiner Sicht das interessanteste Gerät, das Apple vorgeführt hat, das auch nicht wahnsinnig spektakuläre iPad Mini 6. Das kleine Tablet habe ich seinerzeit sehr geschätzt und ich denke, dass es vom dünneren Rand profitiert, der durch die Beseitigung des Homeknopfs möglich wird.

549 Franken (549 Euro) für die 64-GB-Variante ist allerdings auch eine Ansage, zumal meiner Erfahrung nach diese Speicherausstattung sehr knapp ist, vor allem, wenn das Tablet auch für Spiele genutzt werden soll. Die Variante mit 265 GB kostet satte 719 Franken (719 Euro), was so weit über meinem Budget für Impulskäufe liegt, dass ich nicht mal im Ansatz in Versuchung gerate. Ach ja, der Stift kostet noch einmal 129 Franken (135 Euro) extra.

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