Apple baut bald Lieferwagen. Oder auch nicht.

Der Rückblick der Woche 5: Warum die Gerüchte rund um Apples Autopläne nicht überzeugen; die letzten Zuckungen von Google Music. Und: Ein gepflegter Stinkefinger eines Schweizer Uhrmachers in Apples generelle Richtung.

Und wieder einmal werden die Gerüchte rund um das Auto von Apple hochgekocht. Die diversen Artikel zum Thema scheinen sich auf den Bericht von CNBC abzustützen, wonach Apple und die Hyundai-Tochter Kia vor einem Vertragsabschluss stehen würden.

Bemerkenswert ist aber nicht nur diese Partnerschaft, sondern auch die Art der Autos, die hier gebaut werden sollen. Das sind nämlich keine Luxuskarossen, wie man erwarten könnte, sondern Lieferwagen:

«Die ersten Apple Cars werden nicht für einen Fahrer ausgelegt sein», hiess es aus gut informierten Kreisen «Es werden elektrische Fahrzeuge sein, die für den Betrieb ohne Fahrer konzipiert sind und sich auf die letzte Meile konzentrieren.» Das könnte bedeuten, dass sich Apple Cars, zumindest anfangs, auf Paketlieferungen von Lebensmitteln und Dienste als Robotaxi konzentrieren könnten.

Nun bin ich kein Experte für die Autoindustrie, doch was Apple angeht, überzeugt mich nichts von diesen Spekulationen. Wenn man sich überlegt, mit welchen Autoherstellern Apple kooperieren könnte, dann würden mir Marken wie Mercedes, Maserati, Bentley oder Ferrari einfallen, meinetwegen auch Lexus – Kia aber eher nicht.

Und welche Art Autos würde Apple wohl bauen? Natürlich elegante Karossen aus dem Premiumsegment: Fahrzeuge, die sich als Statussymbol eignen und Leute ansprechen, die sich für Individualisten halten. Dass die ersten Apple-Autos Päckchen ausliefern oder als Robotaxi zwischen Hauptbahnhof und Flughafen pendeln, kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Also, auf die Gefahr hin, mich zu blamieren, halte ich diese Spekulationen für Quark. Und apropos Spekulationen: Im CNBC-Beitrag habe ich auch folgenden bezeichnenden Satz gefunden:

Die Apple-Aktie stieg als Reaktion auf diese Meldung nachbörslich um mehr als zwei Prozent.

Denkbar also, dass jemand mit diesem Spekulationen gutes Geld gemacht hat.

Beitragsbild: So ein Ding – aber mit einem Apple-Logo drauf (Arno Senonera, Unsplash-Lizenz)?


Es bleiben noch zwei Wochen, um Google Play Music abzulösen

Play Music hat ausgedient. Eigentlich hätte Google seinem Musikdienst schon Ende 2020 den Stecker ziehen wollen. Doch es gibt eine Gnadenfrist: Der Dienst ist zwar inzwischen nicht mehr nutzbar, doch die Daten sind derzeit noch vorhanden. Saumselige Nutzer haben eine letzte Gelegenheit, die Übertragung zu Youtube Music in Angriff zu nehmen oder aber alle seine Daten herunterzuladen.

Für diese Aktionen hat man noch gut zwei Wochen Zeit. In einem gestern verschickten Mail schreibt Google: «Am 24. Februar 2021 werden wir deine Google Play Musik-Daten vollständig löschen.»

Wer also noch Musik bei Play Music deponiert hat, sollte diese Arbeit jetzt erledigen. Was einen beim Umzug zu Youtube Music erwartet, beschreibe ich übrigens ausführlich im Beitrag Youtube Music ist leider ein gewaltiger Rückschritt.


Ein gepflegter🖕 in Apples Richtung

Bekanntlich macht die Apple Watch den Schweizer Uhrmachern das Leben schwer. Vor genau einem Jahr war zu lesen, dass Apple mehr seiner smarten Handgelenkcomputer verkauft hat als die gesamte Schweizer Uhrenindustrie Modelle absetzen konnte.

Eine sympathische, wenngleich nicht ganz günstige Retourkutsche ist nun in Form der Swiss Alp Watch erhältlich: Sie sieht aus wie eine Apple Watch, ist aber keine:

Die finale Edition der unkonventionellen, parodistischen Swiss Alp Watch von H. Moser & Cie., die sich als «Smartwatch» tarnt und doch mit den bewährten Vorzügen eines traditionellen mechanischen Uhrwerks aufwartet. Die Final Upgrade hat ein Gehäuse aus Stahl mit DLC-Beschichtung und ein Vantablack-Zifferblatt. Anstelle eines Sekundenzeigers dreht sich bei 6 Uhr eine laufende Anzeige, die an ein Ladesymbol erinnert.

Der Preis erfährt man laut Website nur «auf Anfrage», doch Golem.de will herausgefunden haben, dass er sich auf ungefähr 28’500 Euro beläuft. Das ist natürlich etwas teuer – aber zu bedenken ist, dass man mit ihr auch nie wieder die Aufforderung erhält, man solle endlich seine Ringe schliessen. Und das sollte es einem doch wert sein…

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